Geschichte des Europacamps

Von den Anfängen des Europacamps

 

Das Areal auf dem das Europacamp liegt hat eine lange, spannende Vergangenheit - Eine Geschichte von Verfolgung und Enteignung, Restitution und jüdisch-sozialdemokratischem Vermächtnis.

 

Hier können Sie mehr über die spannende Historie hinter dem Europacamp und Europabad lesen.

1951 haben die damaligen Eigentümer des Areals Dr. Ludwig Schrenzel, geboren Pollak, und dessen Schwester Gertrude Webern das Grundstück an das Land OÖ verkauft. Im Kaufvertrag wurde vereinbart, dass der SJ Bestandsrecht für 99 Jahre übertragen wird. Und zwar gegen einen jährlichen Anerkennungszins von 25 Schillingen. Zum Zwecke, der Errichtung eines Jugenderholungslagers – so wird das Europacamp auch bis heute geführt!

Ludwig Pollak trat bereits 1923 der „Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs“ (SDAP) und 1924 dem Republikanischen Schutzbund bei, war Gemeinderat, Ortsparteivorsitzender und Fraktionsführer in Wieselburg und engagierte sich unter anderem bei den Kinderfreunden, den Roten Falken und der Sozialistischen Arbeiterjugend.

Dr. Ludwig Schrenzel wurde als Ludwig Pollak am 27. Jänner 1890 in Wien geboren und hatte sich nach 1934 umbenannt. Der gesamte Besitz der Familie wurde am 17. Juni 1938 zugunsten des „Landes Oberdonau“ von der Gestapo beschlagnahmt und ohne Entschädigung eingezogen. In weiterer Folge wurden die Immobilien an Private verkauft. Begründet wurde das von der Gestapo Linz mit der „kommunistischen Einstellung der Familie Pollak“ und der Beteiligung Ludwig Pollaks an den Februarkämpfen 1934.

Das Geschwisterpaar überlebte und forderte 1947 als Erben ihres verstorbenen Vaters die enteigneten Liegenschaften zurück und verkaufte es später günstig an das Land OÖ um es im Interesse der Jugend an die Sozialistische Jugend Österreich zu verpachten und dort ein Jugenderholungscamp zu errichten.

Der Familie Pollak geschah wiederholt Unrecht. Ludwig Pollak wurde nicht nur wegen seiner jüdischen Herkunft, sondern zusätzlich wegen seiner sozialdemokratischen Haltung von den AustrofaschistInnen und den NationalsozialistInnen verfolgt und enteignet. Sein Vermächtnis war und ist, dass das Areal des Europacamps von der SJ genutzt werden kann. Das Land Oberösterreich ging 1951 die Verpflichtung ein, dieses Vermächtnis zu respektieren.

Mehr Infos zur Entwicklung und Geschichte des Europacamps gibt es in der Broschüre "60 Jahre Europacamp". Ebenfalls haben sich die Erben der Familie Pollak zur Historie des Europacamps & den Wunsch ihrer Vorfahren zu Wort gemeldet.

Mehr über das Europacamp können Sie in den folgenden Videos erfahren!